Tätigkeitsbereiche

Artenschutz

Die artenschutzrechtlichen Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes betreffen sowohl den physischen Schutz von Tieren und Pflanzen als auch den Schutz ihrer Lebensstätten. Sie gelten gemäß Art. 12 FFH-RL für alle FFH-Arten des Anhangs IV beziehungsweise gemäß Art. 5 V-RL für alle europäischen Vogelarten. Anders als das Schutzgebietssystem NATURA 2000 gelten die strengen Artenschutzregelungen flächendeckend also überall dort, wo die betreffenden Arten vorkommen.
Artenschutzbelange sind bei allen genehmigungspflichtigen Planungs- und Zulassungsverfahren nach einem bundesweit einheitlichen Vorgehen zu berücksichtigen.
Die artenschutzrechtliche Prüfung richtet sich nach den Vorgaben des 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz).

EU-Naturschutz

Um Arten und Lebensräumen die Möglichkeit zur Erholung zu geben, wurde mit der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie das Natura-2000 Netz von geschützten Gebieten errichtet. Es umfasst heute in Europa mehr als 26.000 Gebiete mit einer Fläche, die der von Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik zusammen entspricht. Die FFH-Richtlinie soll dazu beitragen, den Verlust der Biodiversität in Europa zu stoppen.
Natura 2000 ist kein System von Naturschutzgebieten im strikten Sinne, sondern basiert auf dem viel breiteren Prinzip des nachhaltigen Flächen- und Wassernutzungsmanagements. Wirtschaftliche Tätigkeiten in den Gebieten sind möglich, sofern sie deren Erhaltungsziele nicht gefährden.
Bei neuen Entwicklungsprojekten muss die Integrität von Natura-2000-Gebieten gewahrt bleiben, und Projekte mit potenziell schädlichen Auswirkungen dürfen nach einer umfassenden Umweltprüfung nur durchgeführt werden, wenn es keine alternative Lösung gibt, wenn das Projekt aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses gerechtfertigt ist und etwaige Verluste oder Schädigungen der Gebiete ausgeglichen werden.

Ökologische Baubegleitung

Aufgabe der ökologischen Baubegleitung ist die Überwachung der genehmigungskonformen Umsetzung der landschaftspflegerischen Maßnahmen einschließlich der Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen.
Die ökologische Baubegleitung gewährleistet eine ökologisch sachgerechte Bauabwicklung. Hierbei sind vor allem die Vorgaben zum Biotop- und Artenschutz zu berücksichtigen. Von den zuständigen Aufsichtsbehörden wird i.d.R. für diese Tätigkeit eine besondere Sachkunde gefordert, die wir aufgrund der Ausbildung unserer Mitarbeiter sicherstellen können.
Dier ökologische Baubegleitung agiert in engem Kontakt mit dem Bauherrn, der Bauleitung und den Genehmigungsbehörden.

Rekultivierung

Das Ziel der Wiedernutzbarmachung oder Rekultivierung von Flächen oder ganzen Landschaften ist die Herstellung eines nachhaltig stabilen, leistungsfähigen Naturhaushaltes - neuer Lebensraum für Mensch und Natur. Rekultivierung fasst alles zusammen, was zur Herstellung der neuen Landschaft nötig ist: Planung, Auswahl geeigneter Substrate für die neuen Böden, landwirtschaftliche Bewirtschaftung, Aufforstungen, natürliche Entwicklungen und vieles mehr.
Das Team des Kölner Büros für Faunistik beschäftigt sich seit vielen Jahren insbesondere mit Maßnahmen zur Förderung der Wiederbesiedlung durch Tiere und Pflanzen, Begleitung von Rekultivierungsmaßnahmen sowie der Erfolgskontrolle und dem Monitoring von rekultivierten Flächen und Landschaften.

Agrarökologie

Unsere z.T. mehrjährigen Projekte beschäftigen sich mit Möglichkeiten und Grenzen der Koexistenz von Natur und Bewirtschaftung (z.B. Forschungsprojekt "Lebendige Natur durch Landwirtschaft" in Kooperation mit der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft FNL e.V., Bonn; Projekt "Entwicklung und Gefährdung der Artenvielfalt in Deutschland" in Kooperation mit dem Deutschen Bauernverband DBV e.V.
Ein Dauerthema ist für uns die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Hier entwickeln und diskutieren wir Bewertungssysteme und Leitbilder für eine sinnvolle Integration von Belangen des Naturschutzes in die Landwirtschaft.

PR & Forschung

Das Kölner Büro für Faunistik beteiligt sich an Grundlagenforschung in zahlreichen Projekten (vertiefte Artenkenntnis im Bereich der Vegetationskunde und der Tiergruppen Fledermäuse, Vögel, Reptilien, Amphibien, Schnecken, Tagfalter (und Widderchen), Heuschrecken, Libellen, Laufkäfer (und Sandlaufkäfer), Weichkäfer, Marienkäfer, Wildbienen, Schwebfliegen, Wanzen, Spinnen, Asseln).
Zur Vermittlung dieser Erkenntnisse wurden von uns auch Broschüren, z.B. im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz oder der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. erarbeitet.
Zudem beteiligen wir uns regelmäßig an Diskussionsveranstaltungen und als Referenten bei Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Grundbesitzerverbänden, Waldbesitzerverbänden, Bauernverbänden, Naturschutzakademien etc.
Unsere Veröffentlichungen beschäftigen sich mit den Themen Artenschutz, Naturschutz oder der EU-Wasserrahmenrichtlinie (z.B. DLZ Agrarmagazin, Waldbauern in NRW, DLG Mitteilungen, Naturschutz und Landschaftsplanung, NordÖR etc.) sowie dem europäischen Naturschutz (FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie).
In Kooperation mit der Forschungsstelle Rekultivierung begleiten und unterstützen wir Diplom- und Staatsexamensarbeiten.

Ökopunkte

Wir führen regelmäßig Kompensationsermittlungen (landschaftsökologische Bewertungsverfahren) im Rahmen der Eingriffsregelung durch.
Im Rahmen von Begutachtungen der Aufwertungsmöglichkeiten von Flächen erstellen wir auch Ökopunktekonten.
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Erstellung "Privater Landschaftspläne" (PLP) für Grundeigentümer zur Nutzung des ökologischen Potentials der Eigentumsflächen auch unter ökonomischen Gesichtspunkten.

International

Unsere Tätigkeiten erstrecken sich auch auf das benachbarte und weitere Ausland.
So waren wir im Auftrag der Weltbank an einem Projekt in der Türkei an der bulgarischen Grenze beteiligt.
Für das luxemburgische Umweltministerium wurden von uns Kartierungen in einem Naturschutzgebiet im Süden des Landes an der Grenze zu Frankreich durchgeführt.